Inhaltsverzeichnis:

Mauke – Alle Infos auf einem Blick
Ursachen der Mauke
Erscheinungsform der Mauke
Pathologie der Mauke
Therapie der Mauke
Wenn die Behandlung nicht hilft
Ernähung als wesentlicher Faktor
Unser Schlussfazit

 
 
 

Mauke – Alle Infos auf einem Blick

Beispiel Mauke

Fortgeschrittene Mauke

Mauke (oder auch Fesselekzem) ist eine bakterielle oder virale Infektion

Oftmals wird diese Erkrankung durch Mangelernährung gefördert. Doch auch einige Rassen, vor allem solche mit längerem Haarwuchs an den Beinen, wie zum Beispiel die Tinker, neigen verstärkt zur Anfälligkeit gegenüber der Mauke. Mit ihrem eitrigen Ausfluss gibt diese sich deutlich zu erkennen und ist nur mit guter und intensiver pflegerischer Behandlung wieder zu entfernen. Um es jedoch nicht erst zur Infektion kommen zu lassen, ist eine entsprechende Prävention in jedem Fall wichtig und sinnvoll, nicht nur um der Krankheit Willen, sondern auch dem Wohle des Pferdes.

Ursachen der Mauke

• unzureichende Hygiene
• Feuchtigkeit und ähnliche ungünstige Haltung
• genetische Prädisposition bei bestimmten Rassen
• Mangelernährung
• oftmals mehrere Faktoren zusammen

Insbesondere Pferde, die durch ihre rassespezifischen Prädispositionen über einen langen Behang verfügen, neigen auf Grund des damit verbundenen gestörten Feuchtigkeitshaushalts zu Maukebildung. Bei unzureichender und mangelhafter Haltung des Pferdes vermehren sich Bakterien und Viren in Feuchtigkeit, insbesondere, wenn ein längerer Zeitraum besteht, in dem der Boden feucht ist. Somit wird bei einer erhöhten Zahl an Erregern natürlich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sich ein Pferd eine entsprechende Infektion einfangen kann. Feuchter Boden kann durch eine feuchte Einstreu, aber auch durch feuchten Matsch bestehen. Zudem ist es nachgewiesen, dass eine übertriebene Reinlichkeit durch den vielen Kontakt mit Seife und Feuchtigkeit ebenso die Bildung von Mauke begünstigen kann. Pferde benötigen eine ausgewogene Ernährung und Ballance zwischen den in ihrem Futter vorhandenen Nährstoffe. Eine schlechte nutritive Versorgung kann somit zu einer Verschlechterung des Immunsystems oder dem Stoffwechel führen, was den ursächliche Keinen oftmals eine Anlaufstelle für Infektionen gibt. Eine Überlastung von Leber oder Niere kann zudem dazu führen, dass diese soweit beansprucht werden, dass die Haut zwangsweise als Ausschüttungsorgan zu Verfügung stehen muss. All diese Faktoren für sich genommen erhöhen bereits die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion. Es ist also umso verständlicher, dass die Kombination dieser eine stark erhöhtes Risiko der Pferde birgt, an Mauke zu erkranken.

Erscheinungsform der Mauke

Die Mauke im klassischen Sinne tritt bei Pferden in deren Fesselbeuge auf. Da sich in dieser verstärkt eine dicke Hornschicht bildet und auf Grund der langen und dichten Haare der Feuchtigkeitshaushalt der Pferde gestört ist, entstehen Risse an diesen Stellen, welche einen Nährboden für Erreger darstellt. Diese kleinen Risse in der Epidermis lassen die Bazillen eindringen und sich auch dort zunehmend zu vermehren. Da die Verletzungen der Haut sich zunächst in der obersten Hautschicht befinden, nisten sich auch die Erreger zunächst in dieser ein. Die Haut schmerzt, ist gerötet und neigt zum Eitern, was sich entsprechend in der typischen gelblichen Kruste und dem eitrigen Sekret zeigt. Da die Verletzungen der Epidermis somit nicht abheilen und sich die Erreger vermehren, treten diese auch zunehmend in die tieferen Schichten der Haut ein. Somit werden die entsprechenden Stellen tiefer und größer. Abgestorbene Epithelzellen, Bazillen, Pferdehaare und sonstige Verunreinigungen sammeln sich somit in den eitrigen Entzündungesekreten und sorgen für eine stetige Verschlimmerung der Infektion. Sobald dann die entsprechenden infizierten Stellen einer zu starken Belastung ausgesetzt werden, reißen diese zunehmend und sorgen somit für eine anhaltende Blutung.

Somit zeichnen sich Risse und Falten in der Haut ab, was immer wieder dazu führt, dass die entsprechenden Infektionen nicht ausheilen, sondern sich stetig verschlimmern. In diesem Fall spricht man dann von einer chronischen Mauke.

In einem solchen Fall wird die Oberfläche der Hautinfektion größer und ist nicht mehr in der Lage sich selbst selbst zu bekämpfen. Nur noch vereinzelt finden sich Haarfetzen, welche sich in der entzündeten Haut finden. Somit werden bei Chronizität die oberen Hautschichten zunehmend zerstört. Das dabei entstehende Granulationsgewebe wird auch wildes Fleisch genannt. Dabei verdickt sich die Haut der Pferde zunehmend und kennzeichnet diese durch die warzenartige Oberfläche und tiefen Einfurchungen. Dies wird auch als papilomatöse Mauke bezeichnet. Bei entsprechender großflächiger Infektion macht die Mauke dann nicht in der Fesselbeuge halt, sondern breitet sich auch auf benachbarte Teile des Haut aus. Somit entstehen möglicherweise Einschränkungen in der Mobilität des Pferdes, welche aus entsprechenden Schwellungen resultieren können. Einhergehend damit sind bei Blutuntersuchungen oftmals erhöhte Leberwerte festzustellen.

Pathologie der Mauke

Mauke ist eine bakterielle Infektion der Haut (Dermatits). Durch kleine Risse und Verletzungen in der zunächst oberen Hautschicht, insbesondere in den Hornschichten (welche sich speziell im Beinbereich der Pferde befinden), gelangen Bakterien und Viren über diese in die entstandenen Wunden. Dort findet eine graduelle Vermehrung statt, welche durch bestimmte Bedingungen befördert wird, unter denen vor allem Wärme, Feuchtigkeit und ein möglicherweise (durch äußere Einflüsse) geschwächtes Immunsystem besonders relevant sind. Über die Epidermis gelangen somit die Bakterien und Viren in tiefer liegende Hautschichten und zerstören dort die hauteigenen Proteine. Die damit verbundene Aufweichung und Zerstörung der Haut begünstigt dann zunehmend die Ausbreitung der Erreger und außerdem die Anlagerung weiterer Störenfriede wie Milben, Läuse, Pilze oder Erreger anderer Krankheiten. Eine solche Mischinfektion ist deutlich schwieriger zu behandeln und stellt oftmals ein großes Problem dar.

Bei einer Infektion mit Bakterien und Viren in der Haut antwortet der Körper mit einer entsprechenden Entzündungsreaktion, welcher entsprechende Zellen zur Immunabwehr in die betroffenen Gegenden entsendet. Infolgedessen kommt es zum Anschwillen der betroffenen Körperpartien, sodass es ebenso zu wässrigen und eitrigen Ausflüssen an der Wunde kommt. Wenn der Körper dann versucht, die betroffenen Partien zu regenerieren, hindert die vorhandene Entzündung mit den Erregern diesen daran. Durch den damit verbundenen Wachstumsüberschuss, welcher auf Grund des andauernden Versuches der Regeneration zutage kommt, entsteht die so genannte Schwielen- und Warzenmauke, welche sich durch entsprechende Hautveränderungen zeigt.

Therapie der Mauke

• Verbesserung der Haltungsbedingungen
• Aufweichen und Entfernung der Krusten
• Einsatz von Antibiotika, Cortison und Mittel gegen Parasiten
• Anlegen und Wechseln von Verbänden mit fettfreier Lotion
• Anwendung von Zinkpaste
• operativer Eingriff in Notfällen

Da Mauke eine Erkrankung darstellt, welche in der Regel durch schlechte Haltungsbedingungen begünstigt wird, ist diese oft nur dann therapierbar, wenn neben entsprechenden medizinischen Maßnahmen ebenso die Haltungsbedingungen der Pferde verbessert werden. So sind sämtliche Therapieansätze vergeblich, wenn nicht die Ursachen, sondern lediglich die Symptome der Mauke behandelt werden. Dazu gehören neben der Anpassung des Untergrundes, auf dem sich die Pferde befinden, ggf. die Umstellung der Ernährung und eine damit verbundene Überprüfung der Bultwerte. Neben diesen Dingen mus jedoch möglichst schnell eine akute Versorgung der betroffenen Hautpartien erfolgen, um eine weitere Ausbreitung und Verschlimmerung zu verhindern. So sollte anfangs mit einer möglichst PH-neutralen Seife (z.B. Kernseife) die Fesselbeuge des Pferdes gründlich ausgewaschen und gesäubert werden.

Die dabei aufgeweichten Eiterkrusten auf der Haut sowie in den Falten müssen dann gründlich und vollständig entfernt werden, um die Anzahl der vorhandenen Keime so weit wie möglich zu reduzieren und die Wunden zu entlasten. Dies sollte jedoch nur einmal getan werden, da zu häufiges Waschen zu einer Überreizung der Haut führt. Sollten sich einige Krusten nicht ablösen lassen, so sollten diese über Nacht eingeweicht werden, indem z.B ein feuchter Verband auf die entsprechenden Stellen angebracht wird, um diese dann zudem zu desinfizieren. Alle weiteren Behandlungen an der betroffenen Stelle sollten dann nur noch trocken erfolgen, um der Gefahr eines Aufquellens der Haut vorzubeugen. Dabei ist außerdem zu beachten, dass die Haare an den betroffenen Stellen nicht vollständig geschoren, sondern nur etwas gekürzt werden sollten, um Reizungen der Haarwurzeln zu verhindern.

Nach der Säuberung der Haut sollte dann mit einer entsprechenden cortisonhaltigen und antibiotischen Medikation gearbeitet werden. Da sich oftmals auch Milben und andere Parasiten in den Wunden ansammeln, kann es sinnvoll sein, diese mit entsprechenden Mitteln zu entfrenen. Die eingesetzten cortisonhaltigen Medikamente sollten in diesem Schritt der Behandlung in der Regel nur über kurze Zeit eingesetzt werden, um die Regenerationsfähigkeit der Haut nicht zu stören. Idealenfalls sollte eine möglichst fettfreie Lotion zum Einsatz kommen, um ein Eindringen in die Haut zu garantieren. Andernfalls wirkte der Effekt nur oberflächlich und würde das Ansammeln von Schmutz und weiteren Keimen begünstigen. In den ersten Tagen sollten dabei Verbände eingesetzt werden, die mehrfach täglich gewechselt werden, da die Haut noch nicht in der Lage zur Feuchtigkeitsregulation ist. Ein Folgebehandlung mit einer guten Zinkpaste sollte dann im Anschluss ausreichen, um die Mauke zu beseitigen.

Wenn die Behandlung nicht hilft

Sollte dies wider Erwarten nicht gelingen, dann liegt möglicherweise die so genannte Warzenmauke vor, welche meist nur durch einen operativen Eingriff behoben werden kann. Auch nach einem solchen besteht die Notwendigkeit einer umfangreichen und sorgsamen Nachbehandlung mit Verbänden und entsprechenden Medikamenten. Eine vollständige Heilung ist in solch schweren Fällen nicht immer zu erzielen, weshalb ein umfangreiches Vorbeugen der Mauke ein essenzielles Anliegen an den Pferdehalter darstellt.

Mauke vorbeugen

• Einhaltung von Hygienestandards
• Kontrolle und Regelung der Bodenfeuchtigkeit
• Futterumstellung
• Schutzmaßnahmen für die Pferdehaut
• Prophylaxe durch Zinksalbe

Oftmals entsteht mangelnde Hygiene durch zu wenig Freiraum bei der Haltung der Pferde. Dies hat oftmals eine Übernutzung des Bodens zur Folge, was sich im Matschpaddock und den sich darin bildenden Keimen entäußert. Da insbesondere Pferderassen mit längerem Haarwuchs stark gefährdet sind, an Mauke zu erkranken, ist die Reinhaltung und Wartung des Bodens eines der wichtigstes Anliegen, um der Mauke sinvoll vorzubeugen. Insbesondere stark beanspruchte Teile des Untergrundes sollten oft ausgetauscht oder ggf. sogar befestigt werden, um einer Baktierienbildung entgegenzuwirken. Die täglichen Ausscheodungen der Pferde sind Keimen ein idealer Nährboden und haften nach nur oberflächlicher Reinigung auf dem Boden und verbreiten sich u..a bei Feuchtigkeit. Eine Trockenlegung des Untergrundes ist daher sinnvoll und wichtig, um eine gute Prophylaxe sicherzustellen. Dabei sollte nicht unbedingt zu Holzhäckseln oder Belägen gegriffen werden, da auch dies Grundlage für Keime und Pilze bilden kann. Vielmehr sollte hier zu etwas teureren Kunststoffplatten gegriffen werden, welche ihren Preis in der einfachen Handhabung wieder wettmachen. Die Vorteile dieser bestehen in ihrer einfachen Reinigung, der einfachen Ver- und Umlegung sowie der Stabilität, welche sie selbst für Kraftwagen befahrbar werden lässt. Die Paddockplatten werden mit Sand befüllt, nachdem sie auf dem Boden ausgelegt wurden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass dieser nur für größere und vor allem den Außenbereich betreffende Flächen geeignet ist und eine Haltung der Pferde im Stall durch deren Kot und Harn durchaus weiterhin die Bildung von Bakterien und Viren begünstigt.

Ernähung als wesentlicher Faktor

Desweiteren sollte die Ernährung der Pferde kritisch überprüft werden. Eine Unter- oder Überversorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen ist oftmals mitverantwortlich für das Auftreten der Mauke. Zuckerhaltiges Futter kann ebenso einen schädlichen Effekt haben. Ein Übermaß an Proteinzufuhr kann sich zudem auf die Funktionalität der Niere auswirken und die Entgiftungsprozesse im Körper und damit das Immunsystem der Tiere stark schwächen. Ggf. ist hier ein Experte zu Rate zu ziehen, welcher dem Pferd entsprechend seines Altern, seiner Rasse und sonstiger Charakteristika die passende Ernährung zu empfehlen weiß.

Es kann durchaus sinnvoll sein die empfindlichen und gefährdeten Hautstellen der Pferde, d.h. Insbesondere die Fesselbeugen, präventiv regelmäßig mit Zinksalbe zu behandeln, um somit einen Schutz vor Mauke zu befördern und die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion zu senken.

Fazit

Wie bereits ausgeführt, ist die wesentliche Ursache für Mauke eine Mangelhafte Haltung der betroffenen Tiere. Gerade bei Rassen, welche verstärkt zur Anfälligkeit disponiert sind, empfiehlt es sich, verstärkt auf deren Haltung und Gesundheitszustand zu schauen. So sollte ggf. darauf geachtet werden, dass der Boden in der Hochzeit der Mauke (Herbst, Winter und Frühjahr) der Boden entsprechend trocken gehalten wird und die gefährdeten Rassen verstärkt auf Mauke kontrolliert werden, da diese im Anfangsstadium deutlich leichter zu behandeln ist als der Chronizität. Da oftmals einst befallene Pferde wiederholt mit einer Mauke diagnostiziert werden, ist ersichtlich, dass es im Interesse jedes Pferdehalter liegen sollte, möglichst lebenswerte Bedingungen herzustellen, um auch den Erstausbruch zu verhindern. Sollte man sich unklar sein, wie eine bestimmte Pferderasse konkret zu halten ist, so ist auch hier ein Experte ein geeigneter Ansprechpartner. Sollte man sich nach einer ausgebrochenen Mauke in der Phase der Behandlung befinden, so ist es essenziell, sich mit seiner ganzen Kraft um das infizierte Pferd zu kümmern und dies entsprechend zu behandeln. Dies muss in ein solchen Fall dann entsprechend der abgegebenen Empfehlung gründlich und mehrfach täglich erfolgen. Da sich der Halter in der Verantwortung für das Wohl seiner Tiere befindet, sollte er alles in seiner Macht stehende tun, um die Situation für seinen Schützling zu verbessern. Das gründliche Entfernen der eitrigen Kruste von den betroffenen Stellen auf der Haut wie auch in den Falten und Furchen sowie das mehrfache An- und Umlegen des Verbanden in der Anfangsphase sind dabei so gründlich wie möglich durchzuführen, um auch in Zukunft eine erfüllende Zeit mit seinem Pferd erleben zu könne. Sollte die Mauke bei einem Pferd ausgebrochen sein, so sollten auch alle anderen Tiere gründlich kontrolliert werden, um Schlimmstes zu verhindern. Da jedoch ein Ausbruch der Mauke alles andere als wünschenswert ist, sollte vor allem die Prävention das Standbein in der Pferdehaltung darstellen.